Die gestrigen Non-Farm Payrolls aus den USA haben einmal mehr gezeigt, dass an der Börse nicht nur die Nachricht selbst zählt, sondern vor allem ihre Auswirkungen auf die Geldpolitik. Mit lediglich 57.000 neu geschaffenen Stellen fiel der US-Arbeitsmarktbericht deutlich schwächer aus als erwartet. Gleichzeitig wurde auch der Vormonat nach unten revidiert. Auf den ersten Blick klingt das nach einer schlechten Nachricht – an den Finanzmärkten wurde sie jedoch positiv aufgenommen.

Der Grund ist schnell erklärt: Ein schwächerer Arbeitsmarkt nimmt der US-Notenbank den Druck, die Zinsen weiter anzuheben. Genau dieses Szenario wurde gestern gehandelt. Die Renditen der US-Staatsanleihen gaben unmittelbar nach Veröffentlichung der Daten nach, der US-Dollar verlor deutlich an Stärke und genau davon profitierten Währungen und Edelmetalle.

Noch ist damit zwar keine Zinssenkung beschlossen. Die Märkte rechnen weiterhin damit, dass die Federal Reserve zunächst vorsichtig bleibt. Dennoch genügte der gestrige Bericht, um die Erwartung weiterer Zinserhöhungen etwas zu dämpfen. Genau dieser Stimmungswechsel war der entscheidende Impuls für die Kursbewegungen.

EUR/USD arbeitet am nächsten Kaufsignal

Der schwächere Dollar eröffnet dem Euro nun weiteres Aufwärtspotenzial. Charttechnisch hat EUR/USD bereits ein wichtiges Signal geliefert. Mit dem Ausbruch über 1,1433 USD wurde auf Tagesbasis ein neuer Aufwärtstrend aktiviert. Jetzt richtet sich der Blick auf den nächsten Widerstandsbereich.

Im Vier-Stunden-Chart befindet sich der Markt aktuell in einer gesunden Konsolidierung. Gelingt der Sprung über 1,1473 USD, wäre dies aus charttechnischer Sicht das nächste bestätigte Kaufsignal und würde den Weg in Richtung der nächsten Widerstände freimachen.

Trading-Setup EUR/USD

Einstieg: Breakout über 1,1473 USD

Stop-Loss: 1,1420 USD

Kursziel 1: 1,1528 USD

Kursziel 2: 1,1625 USD

Wer etwas aggressiver agieren möchte, kann bereits einen Einstieg oberhalb von 1,1463 USD wählen. Dadurch verbessert sich das Chance-Risiko-Verhältnis, gleichzeitig steigt jedoch das Risiko, bei kurzfristigen Rücksetzern ausgestoppt zu werden. Deshalb sollte der Stop-Loss nicht zu eng gewählt werden.

Gold profitiert von Dollar-Schwäche

Auch der Goldpreis reagierte unmittelbar auf die Entwicklung am Anleihe- und Devisenmarkt. Ein fallender US-Dollar sowie sinkende Anleiherenditen erhöhen regelmäßig die Attraktivität des Edelmetalls. Genau dieses Zusammenspiel war gestern erneut zu beobachten.

Charttechnisch hat Gold den kurzfristigen Abwärtstrend inzwischen verlassen und befindet sich wieder in einer konstruktiven Erholungsbewegung. Besonders interessant ist dabei die aktuell entstehende Flaggenformation im Stundenchart. Solche Konsolidierungen dienen häufig als Vorbereitung für die nächste Aufwärtsbewegung.

Trading-Setup Gold

Einstieg: Breakout über 4.186 USD

Stop-Loss: 4.160 USD

Kursziel 1: 4.220 USD

Kursziel 2: 4.327 USD

Ideal wäre jetzt ein dynamischer Ausbruch über den Widerstand, gefolgt von einer kleinen Konsolidierung und anschließend einer Fortsetzung des Aufwärtstrends. Genau dieses Muster liefert erfahrungsgemäß die qualitativ besten Swing-Trading-Setups.

Fazit

Die gestrigen US-Arbeitsmarktdaten haben erneut gezeigt, wie eng Fundamentaldaten und Charttechnik miteinander verbunden sind. Der nachlassende Druck auf die US-Notenbank belastete den Dollar und sorgte gleichzeitig für Rückenwind bei EUR/USD und Gold.

Aus charttechnischer Sicht bleiben beide Märkte konstruktiv. Bestätigen die genannten Ausbruchsmarken ihre Gültigkeit, könnten sich in den kommenden Handelstagen interessante Long-Setups ergeben. Genau deshalb lohnt es sich jetzt, den Dollar-Index sowie die Entwicklung der US-Anleiherenditen besonders aufmerksam zu beobachten. Sie dürften weiterhin den Takt für beide Märkte vorgeben.

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Erfolgreiches Trading wünscht Ihnen

Mike Seidl