Die vergangene Handelswoche hatte es in sich. Vor allem die großen US-Indizes präsentierten sich erneut in starker Verfassung. Während der S&P 500 und auch der Nasdaq 100 deutliche Kursgewinne verbuchen konnten, trat der Dow Jones eher auf der Stelle. Die Technologie- und KI-Werte blieben damit weiterhin der wichtigste Kurstreiber an der Wall Street.

Etwas anders sieht das Bild aktuell allerdings im deutschen Leitindex aus. Der DAX hat es zuletzt nicht geschafft, seine Rally direkt am Allzeithoch fortzusetzen.

Stattdessen sehen wir momentan eine kurzfristige Korrekturbewegung. Genau hier wird es nun spannend. Kommt es in der neuen Handelswoche zu einer Ausweitung dieser Korrektur oder gelingt dem Markt erneut der Sprung in Richtung Rekordhoch? Die Antwort darauf dürfte maßgeblich von den anstehenden Wirtschaftsdaten abhängen.

Rückblick: Starke US-Märkte, schwächerer DAX

Die US-Indizes zeigen weiterhin Stärke. Besonders der Nasdaq 100 profitiert unverändert vom KI-Boom und der hohen Nachfrage nach Technologieaktien. Der Dow Jones hingegen signalisiert aktuell eher Zurückhaltung und zeigt, dass nicht alle Marktbereiche gleichermaßen von der Rally profitieren.

Der DAX befindet sich dagegen aktuell in einer technisch wichtigen Phase. Die Rally zu ans Rekordhoch wurde zunächst gestoppt. Nun stellt sich die Frage, ob der Markt lediglich Luft holt oder ob eine größere Korrektur bevorsteht?

Diese Wirtschaftsdaten werden jetzt entscheidend

Die kommende Woche wird vor allem durch wichtige Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten aus den USA geprägt. Besonders die amerikanische Notenbank FED dürfte diese Daten genau beobachten, da sie entscheidend für die zukünftige Zinspolitik werden könnten.

Bereits am Montag richtet sich der Fokus auf mehrere Aussagen aus den Reihen der FED. Unter anderem wird Jerome Powell sprechen. Anleger werden hier sehr genau darauf achten, ob sich Hinweise ergeben, wie die Notenbank in den kommenden Monaten mit möglichen Zinsschritten umgehen möchte. Zusätzlich spricht FED-Mitglied Waller.

Ebenfalls interessant wird am Montag der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe. Vor allem eine Komponente steht hier im Mittelpunkt: die Preise. Erwartet wird ein weiterer Anstieg der Preiskomponente von 84,6 auf 85,3 Punkte. Genau das könnte für die FED problematisch werden. Denn steigende Preise bedeuten weiterhin Inflationsdruck und das wiederum erhöht den Druck auf den Fed den Leitzins womöglich zu erhöhen.

Arbeitsmarktdaten im Fokus der Wall Street

Am Dienstag rückt der US-Arbeitsmarkt in den Mittelpunkt. Veröffentlicht werden die JOLTS-Stellenangebote. Diese Daten zeigen, wie robust der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten aktuell weiterhin ist. Ein starker Arbeitsmarkt bedeutet meist auch weiterhin stabilen Lohndruck und damit potenziell anhaltende Inflation.

Am Mittwoch wird es dann besonders datenreich. Zunächst stehen in Deutschland die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor an. Erwartet wird hier ein Wert von 47,8 Punkten. Das Problem: Alles unterhalb von 50 signalisiert wirtschaftliche Schrumpfung. Der deutsche Dienstleistungssektor bleibt damit weiterhin schwach.

Am Nachmittag folgen dann erneut wichtige US-Daten. Die ADP-Beschäftigungsänderungen liefern einen ersten Vorgeschmack auf die großen Arbeitsmarktdaten am Freitag. Erwartet werden rund 110.000 neu geschaffene Stellen. Zusätzlich wird der ISM-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen veröffentlicht. Auch hier dürfte vor allem die Preiskomponente entscheidend werden.

Abgerundet wird der Mittwochabend durch das Beige Book. Dieser Bericht liefert der Notenbank Fed einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Lage in den verschiedenen US-Regionen und besitzt daher eine hohe Bedeutung für zukünftige geldpolitische Entscheidungen.

Freitag wird zum Schlüsseltermin der Woche

Der absolute Höhepunkt der Woche folgt allerdings am Freitag. Dann stehen die Non-Farm Payrolls auf dem Programm – die wichtigsten Arbeitsmarktdaten der USA. Nach 123.000 neuen Stellen im April erwarten Analysten für Mai nur noch rund 85.000 neue Jobs. Zusätzlich werden die durchschnittlichen Stundenlöhne und die Arbeitslosenquote veröffentlicht. Gerade die Lohnentwicklung dürfte entscheidend werden, weil sie direkten Einfluss auf die Inflationsentwicklung besitzt.

Diese Daten werden nicht nur die Aktienmärkte bewegen, sondern auch den US-Dollar. Und genau dadurch geraten wiederum der EUR/USD, Gold, Silber, Kupfer und auch der Ölpreis in Bewegung.

Nvidia nach dem Rücksetzer spannend

Besonders spannend bleibt daneben weiterhin die Aktie von NVIDIA Corporation. Obwohl das Unternehmen zuletzt starke Quartalszahlen präsentierte, reagierte die Aktie überraschend schwach. Der Markt hat derzeit Zweifel, ob Nvidia seine enorme Wachstumsgeschichte in derselben Geschwindigkeit fortsetzen kann.

Im Fokus steht dabei vor allem die neue Rubin-Chipgeneration. Anleger hoffen auf konkrete Aussagen von CEO Jensen Huang auf der Computex. Entscheidend wird sein, ob Nvidia überzeugend darlegen kann, wie schnell der Hochlauf der neuen KI-Chips Rubin erfolgt und wie groß das Marktpotenzial tatsächlich ist.

Diese Marken werden bei Nvidia jetzt entscheidend

Charttechnisch bleibt die Lage ebenfalls hochspannend. Die Aktie korrigierte zuletzt vom Allzeithoch um die Marke von bei 236,00 USD bis in den Bereich um 210,00 USD. Genau dieses Level ist nun die entscheidende Unterstützung. Solange diese Marke verteidigt wird, besteht die Chance auf eine neue Aufwärtsbewegung.

Fällt Nvidia allerdings nachhaltig unter 210,00 USD zurück, könnte sich die Korrektur in Richtung 195,00 USD ausweiten. Genau deshalb dürfte Nvidia auch in der kommenden Woche wieder zu den wichtigsten Aktien an der Wall Street gehören.

Damit wünsche ich Ihnen ein entspanntes Wochenende und einen erfolgreichen Start in die kommende Handelswoche. Folgen Sie uns auch auf unserem YouTube-Kanal Tickmill Deutsch - YouTube, um sich auch in der kommenden Handelswoche über neue Handelsideen zu informieren und nutzen Sie gleich die Gelegenheit, sich mit einem Klick auf www.tickmill.com über die top Konditionen und Handelsmöglichkeiten zu informieren.

Ihr Tickmill-Analyst Mike Seidl