Volatiler Start in die Woche: DAX an Schlüsselzone, Shortsignale bei EUR/USD und USD/JPY
Der Wochenstart an den Finanzmärkten fällt ausgesprochen negativ aus. Ein „blutroter Montag“ dominiert die Indextafeln, während Risikoassets weltweit unter Druck geraten. Besonders kritisch ist die Lage im deutschen Leitindex DAX, der aktuell an einer charttechnisch extrem wichtigen Zone notiert. Sollte dieser Bereich nicht halten, droht eine deutliche Ausweitung der Korrektur. Parallel dazu zeigen sich klare Shortsignale im Euro-US-Dollar sowie im US-Dollar zum japanischen Yen. Auch der Ölmarkt dreht nach einer starken Rally nach unten.
Makrodaten: Positive Impulse mit begrenzter Wirkung
Auf der Makroseite kamen aus Deutschland zunächst leicht positive Signale. Die Einzelhandelsumsätze für Dezember fielen besser aus als erwartet. Zudem wird beim Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ein Anstieg von 47 auf 48,7 Punkte prognostiziert. Zwar liegt der Index weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50, ein Aufwärtsschub wäre dennoch ein positives Zeichen.
Für den Dienstleistungssektor wird ein stabiler Wert von 53,3 Punkten erwartet, was auf anhaltendes Wachstum hindeutet. Auf europäischer Ebene rechnet der Markt mit einem leichten Rückgang der Inflation von 1,9 auf 1,8 Prozent. Entscheidend wird jedoch die EZB-Sitzung am Donnerstag. Zwar wird keine Zinsänderung erwartet, doch die Pressekonferenz von Christine Lagarde dürfte Hinweise zur weiteren geldpolitischen Ausrichtung liefern. Auch die Bank of England entscheidet am selben Tag über den Leitzins.
DAX: Hält die Schlüsselzone oder kippt der Trend?
Charttechnisch befindet sich der DAX an einem entscheidenden Punkt. Der Index ist in den Bereich des letzten großen Ausbruchsniveaus zurückgelaufen – jenes Level, an dem zuvor ein starkes Kaufsignal entstand. Dieser Bereich fungiert nun als zentrale Unterstützungszone.
Hält diese Marke, ist zumindest eine technische Gegenbewegung möglich. Bricht der DAX jedoch nachhaltig darunter, verwandelt sich die Zone zwischen etwa 24.200 und 24.400 Punkten in einen Widerstand. In diesem Fall rücken zunächst die Bereiche um 23.800 Punkte in den Fokus. Im Worst-Case-Szenario wäre sogar ein Rücklauf in den Bereich von 22.900 bis 23.000 Punkten denkbar, abgeleitet aus dem Wochenchart.
Kurzfristig bleibt die Lage fragil. Solange der Markt untergeordnet verteidigt wird, sind technische Erholungen möglich – diese sollten jedoch eher als Gegenbewegungen innerhalb eines Abwärtstrends interpretiert werden.
Währungen: Dollar-Erholung setzt Euro unter Druck
Der US-Dollar zeigt nach einem starken Abverkauf erste Erholungstendenzen. Im Dollar-Index (DXY) liegt ein zentrales Widerstandsniveau im Bereich um 97 Punkte. Sollte dieses überschritten werden, könnte sich die Erholung bis in den Bereich von 98 bis 98,15 ausdehnen.
Für den EUR/USD bedeutet dies zunehmenden Druck. Das Währungspaar hat ein klares Umkehrsignal ausgebildet und befindet sich inzwischen in einem Abwärtstrend. Erste Zielzonen liegen bei 1,1730, gefolgt von 1,1670 und im weiteren Verlauf im Bereich um 1,1570. Solange keine saubere Korrektur nach oben erfolgt, bleibt die Short-Seite technisch begünstigt.
Auch im USD/JPY hat sich das Bild deutlich eingetrübt. Nach einem Doppeltop wurde der übergeordnete Aufwärtstrend gebrochen. Unterhalb von 154,50 Yen öffnet sich Raum in Richtung 152 Yen. Kurzfristig ist das Setup zwar spekulativ, doch die Dynamik spricht klar für weiter fallende Kurse, sofern wichtige Zwischentiefs unterschritten werden.
Ölmarkt: Entspannung im Nahen Osten belastet WTI
Der Ölpreis hatte zuletzt stark von geopolitischen Spannungen profitiert. Mit neuen Signalen der Entspannung zwischen den USA und dem Iran ist dieses Risiko jedoch vorerst aus dem Markt genommen. Der zuvor erreichte Long-Zielbereich wurde abgearbeitet, nun läuft eine Korrektur.
Fällt WTI unter das Tagestief, rücken Ziele im Bereich von 60 bis 59 US-Dollar in den Fokus. Erst oberhalb der letzten Zwischenhochs würde sich das Bild wieder zugunsten der Käufer drehen.
Berichtssaison: Hohe Erwartungen, hohe Volatilität
Parallel startet eine ereignisreiche Berichtssaison. Walt Disney legt vorbörslich Zahlen vor, ebenso Palantir. Bei Disney liegt der Fokus auf einem möglichen Ausbruch über 114 US-Dollar, während Palantir nach einem klaren Trendwechsel nach unten bereits viel Negatives eingepreist haben dürfte. Weitere Schwergewichte wie AMD, Alphabet, Amazon und Arm Holdings folgen in den kommenden Tagen und dürften die Volatilität weiter erhöhen.
Tickmill’s tägliche Tradingideen – Live-Besprechung
Diese Themen standen heute in der Live-Besprechung um 8:30 Uhr auf der Agenda:
· 00:00 Heute auf der Agenda
· 01:25 Wichtige Nachrichten für die Handelswoche Dtl., EU, GB
· 06:22 DAX - Diese Marke muss halten!
· 09:44 EURUSD & Dollar-Index im Chartcheck
· 13:09 USDJPY - Mögliches Short Signal im Chartcheck
· 16:40 WTI - Chartcheck & Short-Setup-Besprechung
· 19:20 Walt Disney und Palantir - Erwartung Quartalszahlen & Chartcheck
· 24:28 AMD, PayPal, Alphabet & Amazon - Erwartung an Quartalszahlen
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Sein Interesse an Wirtschaft und Geldanlagen begann in den frühen 1990-ern zu wachsen. Aus diesem Grund hat er seine Hochschulreife auf einem Wirtschaftsgymnasium erworben. Das dort erlangte Wirtschaftswissen und die Teilnahme an einem Börsenspiel, haben ihn endgültig für die Börse und die dort gebotenen Möglichkeiten Geld zu verdienen, infiziert.