Eigentlich wird den beiden Edelmetallen Gold und Silber ein gewisser Schutz vor Inflation nachgesagt. Genau die Phase, in der die Weltwirtschaft gerade steckt. Doch statt an Wert zuzulegen und für einen Ausgleich des Geldwertverlustes zu sorgen, kommen die Preise nicht vom Fleck bzw. weisen eine fallende Tendenz auf. Wo die nächsten Ziele auf der Chartunterseite liegen und wo sich bei einem Richtungswechsel der Long-Einstieg lohnt, verrät der Blick in die aktuellen Charts.

Die Seitwärtsphase im Gold entscheidet über die weitere Richtung

Der letzte Kursrutsch im Gold von 1.815 USD auf 1.761 USD wird seit 7 Handelstagen in einer Range zwischen ca. 1.791 USD und 1.772 USD korrigiert. Wie das für eine Range übliche ist, wird oben verkauft und unten gekauft. Die Verortung dieser Seitwärtsrange am Ende einer Abverkaufsphase kann grundsätzlich die Basis für 2 Szenarien stellen. Zum einen bietet sich die Ausbildung eines tragbaren Bodens an, von dem aus eine Rally nach oben über das Rangehoch hinweg initiiert wird. Kommt es zum nachhaltigen Ausbruch über 1.791 USD, liegt das nächste Kursziel bei 1.815 USD.

Bleiben die Käufer jedoch weiter zurückhaltend, rückt das zweite Szenario auf die Agenda. In diesem Fall bedeutet die Seitwärtsphase eine Korrektur des richtungsgebenden Abwärtstrends über die Zeit. Eine Auflösung dieser Korrekturformation mit Notierungen unterhalb von 1.772 USD lässt weitere Preisrückgänge zum Zwischentief bei 1.761 USD bzw. dem direkt darunterliegenden Supportlevel bei 1.758 USD erwarten.

Silber ist charttechnisch schwächer als Gold

Wer im Tageschart von Silber nun auch auf der Suche nach einer kurzfristigen Range ist, wird nichts Vergleichbares finden. Charttechnisch ist das Edelmetall ebenfalls in einem Abwärtstrend verortet. Um das Chartbild aufzuhellen und Zuwächse in den Bereich um das Zwischenhoch bei 23,73 USD zu ermöglichen, müssten Kursanstiege über das letzte Verlaufshoch bei 22,60 USD erfolgen.

So lange das nicht erfolgt, bietes Short-Setups im Sinne der übergeordneten Lage die aussichtsreicheren Chancen. Im Aktuellen Fall führt der Ausbruch unter die Marke von 21,83 USD zur Trendfortsetzung und bringt zunächst einen Test des Septembertiefs bei 21,41 USD ins Spiel. Finden sich auch dort keine Käufer, ist der Weg frei bis in den Kaufbereich bei 19,40 USD.

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Ihr Mike Seidl